Naturphänomene live erleben

Kann man als (nahezu) Medienjunkie vier Tage ohne Internet und Mobilfunk auskommen? Zum einen muss man, wenn man den Yellowstone Nationalpark erleben will. Und man kann, denn für das, was der Yellowstone bietet, braucht man kein Internet!

Wegen der Schnee- und Wassermassen des Frühjahrs sind noch einige Straßen gesperrt. Es liegt auch noch jede Menge Schnee, der beiseite geräumt worden war, und den Kindern im Sommer viel Spaß bringt. Ansonsten haben wir Glück mit dem Wetter: Auch, wenn es nachts friert, haben wir tagsüber an zwei von drei Tagen bis zu 16°C und Sonnenschein! Uns beeindrucken am Yellowstone so viele Sachen, dass man gar nicht erzählen kann, wie toll es hier ist.

Natur

Berge, Flüsse und ein riesiger Yellowstone Lake – fantastisch. (Wäre nur der ganze Schnee im Sommer nicht…)

Von Bären und anderen Tieren

Von der großen Tierwelt bekommen wir Büffel und Elche zu Gesicht – Bären und Kojoten verweigern fotografiert zu werden. Überhaupt Bären: Das sind ja wilde Tiere, und man kommt nicht umhin, immer wieder an die Regeln im Umgang mit Bären erinnert zu werden. Aufmerksam sein, laut sein, damit sie nicht plötzlich erschreckt werden, Bärenspray mit sich tragen (kostet nur 50 Dollar…), nicht alleine wandern und auf gar keinen Fall weglaufen, wenn man doch mal einem begegnet. Denn der Bär würde uns sofort verfolgen und wahrscheinlich gewinnen.

Falls man doch mal einem Bären begegnen sollte, hier die fünf goldenen Regeln:

  • Wenn Du überraschend einem Bären begegnen solltest, gehe langsam zurück.
  • Wenn der Bär auf dich losgeht, stelle dich selbstsicher dem Bären gegenüber und benutze das Bärenspray.
  • Wenn der Bär angreift, lege dich auf den Bauch und stelle dich tot.
  • Wenn der Bär dich verfolgt und dann angreift – kämpfe!
  • Wenn der Bär dich in deinem Zelt angreit – kämpfe!

Auch, wenn wir kein Foto von einem Bären machen können, bin ich irgendwie froh, keinem begegnet zu sein. Besonders bei den letzten beiden Regeln fragen wir uns, wie gut die Chancen stehen zu überleben.

Büffel hingegen spazieren fast überall herum. Auch hier gilt es natürlich Abstand zu wahren, aber die Tiere mal in freier Wildbahn zu sehen, hat was.

Heiße Quellen

Der Yellowstone Nationalpark ist ja bekanntlich ein Supervulkan. Dass knapp unter der Oberfläche das gefährliche Magma fließt, bekommt man allerorten zu sehen: An heißen Quellen, sprudelnden und stinkenden Schlammlöchern oder kleinen und großen Geysiren – allen voran natürlich der Old Faithful. Aber da lasse ich doch lieber die Bilder sprechen…

Informationspolitik und Trivia

Eigentlich sind wir ja in bisher allen besuchten Nationalparks verwöhnt worden, was Infos angeht. Im Yellowstone scheint man das (vielleicht angesichts des Saisonbeginns noch) nicht so ernst zu nehmen. Auf die Frage am Parkeingang nach den gesperrten Strecken, werden wir auf eine nichtssagende Karte verwiesen. Dass gleich die zwei uns am nächsten gelegenen Besucherzentren geschlossen sind, erfahren wir erst, als wir vor geschlossener Straße stehen.

Aufgrund des Nachtfrosts wird im Übrigen das Wasser auf unserem Campingplatz abgestellt – um vier Uhr nachmittags!?

Dass im ganzen Park für einen ganzen Tag der Strom ausfällt – naja, kann ja mal passieren…

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