Rechtsverständnis

Dass das Rechtssystem in den USA sich von dem in Deutschland unterscheidet, ist nichts Neues. An ein paar Kleinigkeiten glauben wir als Laien auch den einen oder anderen Unterschied auszumachen.

Beispiel Gastronomie und Handel: In jedem Diner, Restaurant oder Supermarkt, die wir besuchen, hängen auf den Toiletten Schilder, auf denen zu lesen ist, dass die Mitarbeiter sich zu Dienstbeginn die Hände zu waschen haben – und zwar mit Seife. Nach jedem Toilettengang müssen sie das ebenso tun. Schließlich ist es das Gesetz!

Überhaupt, das Gesetz: Immer wieder lesen wir, was „unlawful“ oder „illegal“ ist, oder was „by law“ geregelt ist. Da verwundert es auch nicht, dass überall Haftungsausschlussklauseln zu lesen sind, selbst bei Kleinigkeiten, oder dass die Warnschilder „Attention! Wet floor“ auch auf staubtrockenem Boden stehen bleiben – falls jemand fällt, ist er wenigstens gewarnt worden.

Ebenso seltsam mutet es an, dass vor jeder Brücke, so klein sie auch sein mag, ein Schild darauf hinweist, dass die Brücke in einem kalten Winter vereisen kann, und zwar schneller als die Straße. Bei Straßenbaustellen werden die Strafen für zu schnelles Fahren meistens übrigens verdoppelt – zu lesen auf den Schildern; die regulären Strafen werden auch häufig ausgeschildert. Und wenn wir jemanden beim aggressiven Fahren beobachten, werden wir gebeten, dies an eine spezielle Telefonnummer zu melden – aber nur mit Freisprecheinrichtung, denn alles andere wäre ungesetzlich.

Auf Kinder muss man in den Staaten aufpassen, und zwar auf jeden Schritt. Alleine auf den Spielplatz dürfen die Kleinen manchmal erst ab einem Alter von 16 Jahren. Allein auf die Toilette in einem Restaurant erst ab 10 Jahren. Auf einem Campingplatz alleine herumzulaufen, ist teilweise komplett verboten. Und sowieso trifft jede Schuld immer die Eltern!

Die schon erwähnten Billboards, die wir erstmals in der Vielzahl im Süden des Landes entdeckt haben, machen Anwälte und Anwaltsfirmen Werbung für sich. Meistens mit dem Slogan, dass sie für „mein Recht“ kämpfen, vor allem, wenn ich Unfallopfer bin. Da die Anwälte in der Regel einen erheblichen Teil des erstrittenen Schadenersatzes als Honorar erhalten, erscheint es verständlich, dass diese Zahlungen in den USA teilweise in unermessliche Höhen getrieben werden.

Noch hatten wir keinen Kontakt zu Gesetzeshütern – das bleibt hoffentlich auch so.

Ein Kommentar zu “Rechtsverständnis

  1. Hallo in Amerika!
    Nur die Älteren werden sich an die AFN Sendungen im Rundfunk erinnern.
    Dort wurde den Soldaten oft aus dem puritanischen Mittelwesten jeden
    Tag erklärt, wie sie sich bei allen Lebenslagen zu verhalten haben.
    Die Amerikaner kennen hält ihre Bevölkerung.
    Da die Soldaten mit Alkohol keine Erfahrung hatten, würde ihnen oft schmerzhaft
    durch die MP Erziehung zuteil, die hat bei Ärger in Lokalen zunächst alle niedergeschlagen und dann gefragt was eigentlich los war.
    So sind sie halt die Amis.

    Wünsche noch viel Spaß

    Gruß Bruno

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