Tour durch den Sumpf

Schon bei unserer Fahrt nach New Orleans haben wir einen Blick auf die Wetlands werfen dürfen. Immerhin sind die Sumpfgebiete in Louisiana nach den Everglades die zweitgrößten der USA. Auf einer „Swamp Tour“ möchten wir etwas mehr davon sehen und kennenlernen.

Unser Guide, der das robuste 20-Mann-Boot steuert, ist ein erfahrener Kapitän, der das Gefährt perfekt im Griff hat. Er fährt uns über den Pearl River auf breiten und sehr schmalen Abschnitten durch den Sumpf. Dabei erfahren wir einiges über die Tier- und Pflanzenwelt.

Zuerst lernen wir die Alligatoren kennen, die in der Regel nur einen Meter lang werden, selten viel größer. Um sie anzulocken, werden sie mit Marshmallows (!) angefüttert – einige schnappen herzhaft zu, andere ignorieren uns schlichtweg. Gefährlich für den Menschen seien sie eher nicht, meint unser Guide, er sei schon unzählige Male im Wasser gewesen und habe noch alle Finger und Zehen. Außerdem bleiben die Alligatoren ihr Leben lang in ihrem eigenen Revier.

Schlangen gebe es auch, von den sechs giftigen Arten sind vier den Klapperschlangen zuzuordnen. Die einzige Schlange, die wir zu Gesicht bekommen, hängt gelangweilt auf einem Ast. Für das Wort „Gift“ gibt es im Englischen übrigens zwei Begriffe: „Poison“ ist das Gift, das über die Haut oder den Mund zu sich genommen wird, „Venom“ ist das Gift, das – zum Beispiel von einer Schlange – injiziert wird. Wieder was gelernt.

Ein weiterer größerer Bewohner der Wetlands ist das Wildschwein. Eine kleine Rotte suhlt sich gerade im Schlamm und scheint irgendetwas Fressbares im Wasser zu finden. Außerdem sehen wir noch Schildkröten, Reiher und kleinere Vögel.

Besondere Pflanzen sind die Sumpfzypressen, die in den Südstaaten der wichtigste Holzlieferant (z.B. zum Häuserbau) sind. Das „Spanish Moss“ kommt weder aus Spanien noch ist es ein Moos. Es sieht aber so aus, wie es auf den Bäumen wächst und herunterhängt, während es sich nur von der Luftfeuchtigkeit ernährt.

Insgesamt kann man die „Swamp Tour“ nur empfehlen. Es macht Spaß, man sieht viel, und wenn das Wetter stimmt – wie bei uns – hat man ein gnadenlos schönes Grün um sich!

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